Živijo! – Eine Geburtstagsfeier für Stanko Radikon (in memoriam) – Teil 1

Am 20. Dezember hätte Stanko Radikon seinen Geburtstag gefeiert. Wie immer mit vielen Freunden. Auch diesmal gab es ein Fest – und Stanko war fühlbar dabei, aber auf andere Weise als sonst.

Die Begegnung mit Stanko Radikon bleibt sicher eine der prägendsten in meiner persönlichen “Weingeschichte”. Seine Weine liebt man oder – auch nicht. Aber egal können sie einem kaum bleiben. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich seine Weine liebe: VINI MACERATI. Weißweine mit langer Maischestandzeit, die eine tieforange Farbe und einen bemerkenswerten Körper und Duft entwickeln. Und unvergleichbar bleiben. Radikon bleibt Radikon.

Seitdem Stanko nicht mehr da ist, führen Susanna (Stankos Frau) und Sasa (ihr Sohn) das Weingut weiter. Und ihnen verdanken wir Teilnehmer dieses großartige Fest, das für mich schon um 11.00 im neuen Verkostungssaal beginnt. Im Verkostungssaal, der heute am 20.Dezember 2016 eingeweiht, zu Ehren von Stanko, der seit Jahren an diesem Projekt der Erweiterung seiner “azienda” gearbeitet hatte.

IMG_1499

Spektakulär ist die Aussicht auf Oslavia (auch durch’s Fenster fotografiert):

IMG_1516

 

Im Saal haben sich viele bekannte Winzer aus dem “Natural Wine”-Bereich versammelt.

IMG_1513IMG_1517

Die Bilder und Skulpturen von Maurizio Armellin leisten uns Gesellschaft während der Verkostung – eine starke stumme Präsenz.IMG_1505

Diese Verkostung macht Sandro Sangiorgi , dessen Buch  meine Weinbibel ist, ich hatte es schon in einem Artikel erwähnt. Er ist einer der wenigen für mich, der große Dinge über große Wein sagen kann, ohne pathetisch oder abgedroschen zu klingen. Auf dem Foto sieht man, wie er geheimnisvoll hinter der Theke hantiert. Später verstehe ich, er bereitet Musik vor, die später einen Teil der Verkostung begleitet. IMG_1520

Für die folgenden zwei Fotos von Sandro Sangiorgi geht mein Dank an den Fotografen Fabio Rinaldi!

1 Memorial 4527_F Rinaldi

1 Memorial 4516_F RinaldiWir verkosten den Ribolla Gialla………………von Stanko Radikon.

Flaschen, die zur Neige gehen.

Wein, der ein Teil von uns wird.

Ribolla Gialla, Jahrgänge: 1995 , 1997 und 2001 und später 

Ribolla Gialla, Jahrgänge: 2002,2004 und 2009

Sandro Sangiorgi hat alle Weingläser eigenhändig aviniert. Musik. Zeit, die uns gelassen wird, dem Wein zu begegnen. Die Jahrgänge, die in ihrer Eigenart zu uns sprechen. Ich finde es eigentlich unmöglich, dieses Erlebnis in Worte zu übertragen, doch alle, die ähnliche Erfahrungen mit Wein gemacht haben, werden mich verstehen.

Es gibt diesen Moment, in dem etwas passiert, eine BEGEGNUNG, eine Begegnung zwischen mir und dem Wein. Zwischen mir als Mensch mit meiner Geschichte und dem Wein, der diese herausragende Eigenschaft hat, widerzuspiegeln. Der Wein ist uns ähnlich, sagt Sandro Sangiorgi, er hat seine guten Tage und seine schlechten Tage und er verändert sich, während wir über ihn sprechen. Ich wiederhole, die Sprache für diese intimen Vorgänge zu finden, ist schwierig für mich, fast unmöglich. Aber es ist das, was mich interessiert am Wein. Und es ist auch das, was guten Wein nie langweilig macht, wie Kunst.

Wir sind also während der Verkostung mit uns selbst beschäftigt, mit unserem innersten Wesen, mit dem was die Natur und das Territorium und die Traubensorte ausdrücken. Und natürlich mit der Ausdrucksweise eines großen Winzers, der genau wie seine Weine, immer komplex und trotzdem höchst schlicht war.

Sandro Sangiorgi erzählt eine Ankdote über Stanko und die Weinjournalisten, die sich mit ihm und seinem Stil befasst haben: Da wurde gefragt, warum er wohl diese langen Maischstandzeiten wähle, ob er die Stabilität der Wein suche oder wohl doch den Körper und die Komplexität……etc. Seine Antwort war. ” Ich hatte die Weine liebgewonnen, wie sie mein Vater gemacht hatte und versuchte sie ähnlich zu machen.” Das war sein Ansatzpunkt, sein Beginn der Reise.

Lascia un commento

Il tuo indirizzo email non sarà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *