Der VITOVSKA von Parovel

Und weiter geht’s mit zwei besonderen Frauen hier im Friaul: Elena Parovel und Liliana Savioli. Von den beiden wurde ich Anfang Oktober eingeladen, an ihrer Vitovska- Vertikale teilzunehmen. Über das Olivenöl von Parovel hatte ich ja vor einem Jahr schon geschrieben und auch über den Vitovska, der als einheimische Rebsorte fast nur um Triest zu finden ist. Heute soll ich also den Vitovska von Parovel kennen lernen. Eigentlich bin ich ja eher ein Fan von mazerierten Vitovskas, aber ich bin sehr neugierig. Der Betrieb Parovel hat seinen Sitz dort, wo sich die Pforten des “Val Rosandra” (ein Naturschutzgebiet, interessant zum Wandern und Vögel beobachten) über Triest öffnen. Wo die Bora oft pfeift…

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Liliana Savioli, meine Lieblingssommelier, treibt sich bei meiner Ankunft schon mit den früh angekommenen anderen Gästen in den “Lehrrebreihen” vor dem Weingut herum. Continua a leggere

PAROVEL – Olivenöl ist mindestens so komplex wie Wein

Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Das wissen wir schon lange. Auch meine kleine Tochter schmeckt sofort, wenn das Öl auf ihrem Teller nicht das ist, das ihr Großvater sich aus der Toskana schicken lässt.

Auch im Friaul gibt es ausgezeichnetes Olivenöl – vor allem auf dem Kast über Triest. In Bagnoli della Rosandra wurde in den letzten Wochen das OLIO NUOVO von PAROVEL gepresst. Von Elena Parovel hatte ich schon einiges gehört, sie schafft es auf bewunderswert natürliche Art in den social media präsent zu sein – so wie mit diesem kleinen Video:

Als ich vor dem  “frantoio” (“Ölmühle”, obwohl heutzutage ja die Oliven nicht mehr gemahlen werden) ankomme, weht es mich fast um: Die Bora !!!!!

Im frantoio riecht es stark: grün, fruchtig, ……20151031_123528

Es ist das erste Mal, dass ich mich mit der Olivenölproduktion beschäftige. Nein, das stimmt nicht, während der Sommelierausbildung haben wir auch schon darüber gesprochen.

Ja, an die Sommelierausbildung muss ich nachher auch denken, als Karmen (die Schwägerin von Elena) mit uns eine ausführliche Olivenölverkostung macht: Eine Welt für sich. Wie auch in der ersten Sommelierstunde denke ich: “Was sollte ich alles riechen? – Mandel, Artischocken ?” 20151031_13081920151031_130447In Plastikbecherchen warten 5 verschiedene Öle auf uns. Wir sollen die Becher in die Hand nehmen und das Öl erwärmen. Eines von den Ölen ist ranzig, ein anderes ist ein durchschnittliches billiges Supermarktöl, die drei anderen sind von Parovel -eindeutig von einer anderen Qualität. Karmen, als Olivenölprofi zeigt uns, wie wir das Öl mit einem Schlürfen hochziehen sollen – eine lustige Erfahrung: Ein Geräusch, das man sonst, neben wildfremden Leuten sitzend , eher vermeidet. Eines der Parovelöle ist richtig scharf.

Karmen verwendet ein professionelles Ölverkostungsglas – klein, bauchig und blau. Die Farbe des Öles soll bei der Verkostung nicht beeinflussen – sie hat nämlich nichts mit der Qualität zu tun!

Öl sollte man übrigens auf keinen Fall in Plastik aufbewahren – das Öl löst das Plastik langsam auf! Nur Glas, und zwar dunkles, ist geeignet.

Wer mehr über die Olivenölverkostung wissen will, dem sei dieser deutsche Artikel zu empfehlen: http://www.welt.de/regionales/muenchen/article110799373/Achtung-gleich-wirds-richtig-scharf.html

Für mich auf jeden Fall eine neue Welt, die sich “pian pianino” erschließen wird!

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